Rumpy Bees + Pumpy Blooms = Offspring?

 

 

Vor wenigen Tagen ging die Ausstellung Rumpy Bees & Pumpy Blooms Orte. Bilder, Sexualität; Generationen. zu Ende. Die Ausstellung thematisierte geschlechterspezifische Normierungsmechanismen durch subjektive Perspektiven.

Vom  21. – 29. April 2018 zeigten 15 Künstlerinnen und Künstler in Klosterpresse e. V. in der Paradiesgasse 10 in Frankfurt/M ihre Werke:

Katherine Araniello (GB), Eugen El (D), Sarah Gillham (GB), Norman Hildebrandt (D), Henry Hussey (GB), Wolfgang Klee (D), Line Krom (D), Björn Larsson und Carl Johan Erikson(S), Fall Karin Lindholm (S), Mindy Lee (GB), Erhard Paul Meier (DK), Astrid Stricker (D), Emma Talbot (GB) und XSexcentenary (GB)

Die Arbeiten unterschieden sich sowohl in der Art ihrer Gestaltung, als auch in ihrer Thematik. Jede Arbeit eine Selbstbefragungs- bzw. Erzählmaschine dar. Eine Technik, ein Apparat, mit dessen Hilfe von dem berichtet werden kann, was einem in der Gesellschaft zustößt, weil man einen geschlechtlichen Körper hat. Einen Körper, dem bestimmte Verhaltensweisen, gesellschaftliche Rollen und Positionen zugeschrieben werden.

 

 

In der Ausstellung und vor allem im Kontext des umfangreichen Begleitprogramms zur Ausstellung wurde deutlich, das Sexualität und Geschlechterverhältnisse und der Diskurs über diesen Themenkomplex in starkem Masse sowohl generationsbedingt als auch von kultureller Identität geprägt sind.

Carl Johan & Björn Talk

Björn Larsson und Carl Johan Erikson berichteten über ihre Forschung am „Muscle Chair“. In der Diskussion wurde deutlich, dass trotz Überschneidungen in der Generation der Diskutierenden in keiner Weise geteilte Erfahrungen im Hinblick auf die juristischen Vorraussetzungen und den sozial-kulturellen Umgang mit Totalverweigerern, Kriegsdienstverweigerern und Zivildienstleistenden in einer Gesellschaft vorausgesetzt werden können. Diskutiert wurde vor allem im Hinblick auf die persönlichen Erfahrungen in Schweden, Deutschland, Dänemark und Canada.

Eva Claudia Talk

Für Eva Claudia Nuovia warfen die geerbten Nachthemden ihrer Großmutter die Frage auf wie sich Erziehungsmethoden früherer Generationen und die Kriegszeit auf das den sexuellen Umgang der Geschlechter miteinander und folglich auf kommende Generationen ausgewirkt hat. Missbrauch, Gewalt und das Schweigen innerhalb der Familien wurden in der Gruppe kontrovers diskutiert.

 

In ihrem Artist Talk fragte Line Krom, ob Sparen ein Geschlecht hat. Dafür wurden verschiedene Texte weiblicher Erfahrungen im Hinblick auf den ökonomischen Beitrag der Frau auf den Haushalt und das Wirtschaftswachstum analysiert. Die durchweg männliche Besuchergruppe erweiterte das Gespräch um den empfunden sozialen Druck auf Männlichkeit und Sparen.

 

 

In Vorbereitung auf sein Détournement erklärte Erhard Paul Meier sein Werk, das in biografischen Erlebnissen und der eigenen privaten Bilddatenbank seinen Ausgangspunkt hat. Was zunächst rein persönlich erscheint, wird schnell politisch, denn es sind Zeichen des Wiedererkennens, die mit eigenen Erlebnissen überschrieben und so habhaft für andere aneignungsfähig gemacht werden. Vor diesem Hintergrund wagte er einen Stadtrundgang durchs Frankfurter Vergnügungsviertel in dem Damenwahl angesagt ist, Schürzenjäger ihr Glück versuchen und feucht-fröhliche JungesellInnenabschiede gefeiert werden. Erhard Paul Meier fischte im Trüben nach der Vorvergangenheit, der Frage nach dem wo wir eigentlich herkommen und wurde fündig: Die TeilnehmerInnen berichteten davon erst im 9. Monat der Schwangerschaft entdeckt worden zu sein, weil sie hinter ihrem Zwillingsgeschwisterchen verborgen waren oder dem Kennenlernen der Eltern in der Kriegszeit, die Mutter arbeitete in einem traditionsreichen Scherzartikel und Feuerwerksbedarfgeschäft in dem der Vater seine Angebetete kennenlernte.

 

 

Die Künstlerin Lina Lätitia Blatt stelle ihre Arbeit am VulvArtivismus vor. Ihr Ansatz wurde von der überwiegend von älteren Generation heftig diskutiert. Im Verlauf wurde deutlich wie die Möglichkeiten des Internets mit den verschiedenen Plattformen wie Instagram, Facebook und Bloggen neue Wege des Kontaktes zu Gleichgesinnten ermöglichen, und wie Bilder unmittelbar auf einander Bezug nehmen können. Aber es wurde auch darüber gesprochen wie stark im Internet zensiert wird, vieles was die erste Welle der Frauenbewegung erarbeitet hatte scheint heute um Lichtjahre zurückgeworfen.

 

Die Debatten innerhalb des Begleitprogramms können an dieser Stelle nur ansatzweise wiedergegeben. Mehrfach wurde der Wunsch geäußert, die Ergebnisse der einzelnen vorgestellten Forschungsprojekte, die in dieser Ausstellung ihren Ursprung gefunden haben, weiterzuentwickeln und an anderer Stelle erneut zusammenzuführen. Auch Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, begrüsste die Initiative der Ausstellung mit dieser Forderung:

„Ich freue mich daher ganz besonders, dass auf Einladung der Frankfurter Künstlerin und Kuratorin Aline von der Assen mit der Ausstellung „Rumpy Bees and Pumpy Blooms“ nun (…) eine Gruppe von 15 internationalen Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland, England, Dänemark und Schweden den Weg nach Frankfurt in die Klosterpresse gefunden haben und hoffe auf einen nachhaltigen kreativen Austausch.“

Die Ausstellung wurde von Alexandra Flieth in der Frankfurter Neuen Presse besprochen:

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Internationale-Kuenstler-stellen-ihre-Werke-zur-Sexualitaet-in-der-Klosterpresse-aus;art675,2966311

 

 

 

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