Archiv für den Monat September 2013

Opening Fundamental Ephemeris at Bronx Art Space

Die Gruppenausstellung Fundamental Ephemeris läuft seit dem 1. September 2013 im BronxArtSpace. In der Bronx zeigen 32 internationale Künstlerinnen und Künstler ihre Werke zum Thema Zeit.

Aleksandra FrankowskaAnja PriskaAnke Röhrscheid, Astrid Stricker, Bernd MetzBirgitta WeimerCharles GeigerChris ShawChristoph Borowiak,  Cordula Hofmann, Dede Handon, Dieter Hoffmeister, Eric Decastro, Eva-Maria Kollischan, Eva Scheuter, Eva Weingärtner, Geza Adasz, Gudrun Klöckner, Ina HolitzkaJens LayJutta HeunLine Krom, Loizos Olympios, Maha ZarkoutMax Holicki, Max Pauer, Monika Linhard, Nestor Magdalengoita, Sibylle Feidt, Walli Bauer, Wang Ip Sszto, Zeesy Powers

Alle ausgestellten Arbeiten sind im Din A 4 Format, da es sich um ein Mail Art Projekt der Frankfurter Künstlerinnen Jutta Heun und Aline von der Assen handelt. Das Format ist ungewöhnlich klein, daher sind alle Arbeiten speziell für die Mail Art Ausstellung entstanden. Die im BronxArtSpace präsentierten Werke sind vielfältig und umfassen verschiedene künstlerischen Bereiche: Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Collage, Fotografie, Video, Plastik, Installation und Performance.

Trotz des schwül-heissen Sommerwetters in New York erschien zur Eröffnung ein neugieriges und interessiertes Publikum um gemeinsam mit Linda Cunningham, der Leiterin des BronxArtSpace, der angereisten Ausstellungsorganistatorin Jutta Heun und den anwesenden Künstlern Charles Geiger, Dede Handon, Jens Lay, Nestor Madalengoitia und Sibylle Feidt zu feiern.

In ihrer Begrüssungsrede äußert sich Cunningham freudig über das gelungene internationale Projekt, das viel koodinatorisches Geschick von allen Beteiligten erfordert hat. Auch Heun spricht über die erfolgreiche Zusammenarbeit und erläutert die Hintergründe der Ausstellung.

Am 12. September hält Jutta Heun einen Vortrag für das Vassar College, der einen Einblick in die vertretenen künstlerischen Positionen gibt. Besucher sind herzlich Willkommen.

Die Ausstellung ist noch bis zum Samstag den 14. September 2013 im

BronxArtSpace, 305 E 140th St # 1A Bronx, New York 10454, USA zu besichtigen.

Geöffnet von Dienstag bis Freitag 14 bis 17 Uhr und am Samstag von 11 bis 14 Uhr.

 

Vernissage von Fundamental Ephemeris’: New York, 3 pm – Frankfurt, 21 Uhr

Zeitgleich mit der Ausstellung Fundamental Ephemeris in New York wurde Fundamental Ephemeris’: New York, 3 pm – Frankfurt, 21 Uhr am 1. September 2013 im Atelier [Nebelkammer] in Frankfurt am Main eröffnet. Die Ausstellung in Frankfurt spiegelt die Show in New York in der noch bis Mitte September Werke zum Thema Zeit präsentiert werden.

Aleksandra FrankowskaAnja PriskaAnke Röhrscheid, Astrid Stricker, Bernd MetzBirgitta WeimerCharles GeigerChris ShawChristoph Borowiak,  Cordula Hofmann, Dede Handon, Dieter Hoffmeister, Eric Decastro, Eva-Maria Kollischan, Eva Scheuter, Eva Weingärtner, Geza Adasz, Gudrun Klöckner, Ina HolitzkaJens LayJutta HeunLine Krom, Loizos Olympios, Maha ZarkoutMax Holicki, Max Pauer, Monika Linhard, Nestor Magdalengoita, Sibylle Feidt, Walli Bauer, Wang Ip Sszto, Zeesy Powers

Entspannt und gesellig war die Atmosphäre zur Eröffnung der Ausstellung Fundamental Ephemeris‘ (mit Spiegelstrich ‚ !) am vergangenen Sonntagabend in Christoph Borowiaks Atelier. Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler feierten gemeinsam mit Freunden und Kollegen.

Der Frankfurter Künstler Christoph Borowiak  setzt sich intensiv mit dem Verhältnis von Kopie und Original auseinander. Für die Ausstellung Fundamental Ephemeris entwickelte er die Zeit und Raum bezogene Installation Abspiele. In New York präsentiert er zwei Ausdrucke der Zeichnung Zeitstreifen | 01022012, eines wurde per Courier von Deutschland in die USA gebracht, das andere als E-Mail Attachment zum BronxArtSpace gesandt und dort ausgedruckt. In Frankfurt ist in seinem Atelier das (noch) unvollendete Original zu sehen.

F.E.'11

Fundamental Ephemeris‘ ist eine Ausstellung, die durchaus für Irritation sorgt. Warum sollte man sich am PC ausgedruckte Abbilder von Kunstwerken ansehen, wenn in der Kunst das Original doch viel höher Bewertet wird?

Die  Fake-Ästhetik, die sich in der Ausstellung  Fundamental Ephemeris‘ eingestellt hat, ist faszinierend, da sich neue Eindrücke gewinnen lassen. Durch ungünstige raumklimatische Bedingungen, wellte sich das Papier der Ausdrucke leicht an den Wänden, manche Abbilder entblössten zeitweilig ihren nackten Rücken und verwiesen darauf, dass sie nichts anderes als eine flache Kopie sind. Mehr Schein als Sein?

Das Konzept des Simulacrums, wendet unter anderem Chris Shaw in seinen Arcylic Paintings an. In beiden für die Ausstellung in New York angefertigten Bildern Spectre und Stretcher bezieht er sich auf Robert Ryman und imitiert seine Maltechnik, allerdings mit den billigsten Materialien, selbst der Keilrahmen ist aus dünner Pappe gebaut. Shaws Gemälde  entpuppen sich bei näherem Hinsehen als Theaterrequisit. Die Werke sind extrem fragil. Dieser komplizierte Vorgang hebt sich in der Reproduktion wieder auf und die Acrylic Paintings können ihren Schein von Authentizität wahren.

F.E.'10

Auch Ina Holitzkas SIMILI – FLEX: GO ON wirken in Reproduktion täuschend echt. Holitzka schafft „Mit Wortbildern des Gehens, Kommens und Stehens – der Positionierung im Raum- (…) Verortung im Hier und Jetzt.“ Der Schlagschatten, ihrer dreidimensionalen Papierarbeit, wird durch das leicht gewellte Papier der ausgedruckten Reproduktion in seiner Räumlichkeit aufgehoben. Das Körperliche der Arbeit wird abgeflacht. Der Raum von dem Holitzka spricht wird nun indirekt thematisiert: nämlich durch den Verlust.

F.E.'9

Gerade weil die Reproduktion auf einige der Kunstwerke eine neue Perspektive erlaubt, ist diese Ausstellung selbstbewusst und interessant zu gleich. Sie ist wie der Spiegel von dem Michel Foucault schreibt:

„Der Spiegel funktioniert als Heterotopie, weil der den Ort an dem ich bin, während ich mich im Spiegel betrachte, absolut real in Verbindung mit dem gesamten umgebenden Raum und zugleich absolut irreal wiedergibt, weil dieser Ort nur über den virtuellen Punkt jenseits des Spiegels wahrgenommen werden kann.“ Michel Foucault: Von anderen Räumen (1984)

Ohne den Spiegel von Fundamental Ephemeris’ blieben manche Blickachsen und die daraus resultierende Selbstentfremdung zwischen Vorlage und Abbild als Ergänzung unsichtbar beziehungsweise ungedacht.

Die Ausstellung ist noch bis zum 14. September 2013 in der [Nebelkammer], Hamburger Allee 96 (Hinterhof), 60486 Frankfurt am Main zu sehen. Für Publikum geöffnet ist jeweils Samstag 7. und 14. September 2013 von 17 – 20 Uhr.